Luftbild-Archäologie kann bedrohte Stätten retten

Die Luftbild-Archäologie ist eine relativ neue archäologische Forschungsmethode mit der antike Überreste aus großer Höhe, z.B. aus einem Flugzeug heraus oder von einer Drohne fotografiert werden. Antike Stätten können mit dieser Methode exakt ausgemacht werden und so manche archäologische Fundstätte konnte mit Hilfe des Einsatzes von Flugzeugen sogar erst entdeckt und bewahrt werden.
Kingdom of JordanIm Königreich Jordanien bedroht die Ausdehnung von Städten und Siedlungen immer mehr antike Stätten und Ausgrabungsorte wie die Zeitschrift die Welt berichtet Auf den Spuren der mysteriösen Felsformationen. Robert Bewley von der Universität Oxford, der nach eigenen Angaben das Fliegen und die Fotografie liebt, hat mit Hilfe von genau diesen beiden Leidenschaften untersucht, inwieweit antike Stätten im Nahen Osten von der heutigen Zivilisation bedroht sind. Vom Boden aus sind viele der antiken Orte kaum zu entdecken, da sie häufig unter tiefen Erdschichten begraben liegen. Dahingegen kann Bewley in nur einer Stunde Flugzeit zehn bis zwanzig historische Stätten dokumentieren. Insgesamt konnten ungefähr 141 antike Stätten mit dem Flugzeug ausgemacht werden. Etliche davon sind durch den Bau von neuen Straße bedroht. Robert Bewley und sein Kollege David Kennedy wollen ihre Arbeit auf weitere Orte im Nahen Osten und in Nordafrika ausweiten und weitere historische Orte entdecken und bewahren helfen. Für manche antike Stätten, z.B. Tempel oder Festungen, kommt die Hilfe allerdings bereits zu spät. Etliche wurden im Rahmen von neuen Bauprojekten bereits dem Erdboden gleich gemacht und verschwanden unter neueren Gebäuden. Interessant ist, dass es bereits im Zweiten Weltkrieg Luftfotografie im Nahen Osten gab, die dann später in Vergessenheit geriet. Erst Prinz Faisal, Bruder des regierenden König Abdullah II von Jordanien, hob ein Projekt zur Luftbild-Archäologie in Jordanien aus der Taufe.
Die Archäologen Bewley und Kennedy haben ihre Datenbank mit mehr als 1000 Seiten Fotos an die Universität von Oxford gegeben. Die Datenbank steht inzwischen online und mehr als 6,6 Millionen Menschen haben das Online-Archiv bereits besucht. Fotos aus dem Flugprojekt wurden zudem in mehr als 160 Forschungsprojekten verwendet.