Wenn Chemie auf Archäologie trifft

Nur wer seine alten Fehler kennt, kann aus ihnen lernen. Aus diesem Grund betreibt der Mensch seit langer Zeit Grundlagenforschung durch Archäologie. Es gibt viel, was man aus der Vergangenheit lernen kann um das Jetzt zu verbessern. Doch auch Archäologen brauchen mal eine Pause. Für diese Momente bietet sich Casino Epoca an.
Dass im alten Ägypten Wein angebaut und getrunken wurde, war bereits länger bekannt; nicht jedoch, woraus genau der Rebensaft bestand und ob er als Rauschmittel, Aphrodisiakum oder eher als Arznei geschätzt wurde. Chemiker aus den USA konnten Archäologen und Historikern bedeutend helfen, indem sie die Inhaltsstoffe altägyptischen Weins herausfanden.

TutankhamenDie Grabbeigaben der Herrscher des alten Ägyptens bestanden nicht nur aus Gold und sonstigen Kostbarkeiten, sondern auch aus mit Wein gefüllten Krügen. Der Inhalt ist mittlerweile natürlich längst verdunstet, hat aber Spuren in den Krügen hinterlassen. So konnten die Chemiker in den Krügen aus dem Grab des Tutanchamun den Farbstoff Malvidin-3-Glukosid nachweisen, der eindeutig auf Rotwein hinweist. Auch die in Abydos in den 700 Weinkrügen gefundenen Rückstände aus dem Grab des ersten ägyptischen Pharaos wurden untersucht. Um die Inhaltsstoffe des damaligen Weins herauszufinden, mussten die Wissenschaftler die Weinbehälter aus Ton zermahlen und aus dem Granulat die vinotropen Substanzen mittels saurer oder basischer Lösungen extrahieren. Dann kamen folgende Analysemethoden zum Einsatz: Festphasen-Mikroextraktion, Gaschromatographie/Massenspektrometrie, Thermodesorption und Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie. Identifizieren konnten die Chemiker eine Reihe von Terpenoiden, Estern, Alkoholen, weitere flüchtige Komponenten und L-Weinsäure. Zudem wurde dem Wein Kräuter und Pinienharz beigefügt, sodass eine Art Retsina (= weißer, trockener, mit Harz versetzter Tafelwein aus Griechenland) entstand. Die Existenz der pflanzlichen Zusätze im Wein ist wohl Folge geschmacklicher Präferenzen, hat aber auch medizinische Gründe. Baumharz und Kräuter werden nämlich in den altägyptischen Arzneibüchern als Arzneimittel gelistet. So spielte Wein in der Kräutermedizin wohl eine nützliche Rolle als Lösemittel und Trägerstoff; er wurde jedoch auch benutzt, um sich schlichtweg zu berauschen.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen für die erfolgreiche, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Archäologen und Chemikern. Wenn Chemie auf Archäologie trifft, werden archäologische Funde mit chemischen Analysemethoden aufbereitet und ausgewertet. Die Funde und Befunde werden unter Anwendung von Kenntnissen aus der chemischen Verfahrenstechnik, Laboratoriumstechnik sowie Werkstoffkunde untersucht und interpretiert.